Der wahre Heino ist zurück

Seine Zeit ist (wieder) gekommen:

DER WAHRE HEINO IST ZURÜCK!

Seiner erste Veröffentlichung seit über 20 Jahren ist der lang erwartetenotwendige Kommentar zur Lage der Nation: Eine Vinyl-Single mit gleich zwei ebenso zeitgemässen wie aalglatten Versionen grosser deutscher Popklassiker.

“Außergewöhnliche Zeiten erfordern eben außrgewöhnliche Cover-Versionen!” begründet der beleibte Volksbarde sein vielumjubeltes Comeback. Kongenial interpretiert DER WAHRE HEINO die großen bundesrepublikanischen Hymnen: “Die letzte Schlacht” von Ton Steine Scherben und “Deutschland” von Slime mit der gehörigen Dosis Prunk und Pathos, vente toboggan aquatique gonflable entstanden sind wahre Volkslieder der neuen Generation – und diese neue Veröffentlichung auf dem legendären Berliner Undergroundlabel “Human Wrechords” muss natürlich gefeiert werden, nämlich am 9. November im Goldenen Hahn in Kreuzberg (wann, wenn nicht dann und wo, wenn nicht dort…).

Wer nicht bis zum Single-Release warten möchte: Hier gibt es die beiden Songs online zu kaufen Bandcamp:

Der wahre Heino ist natürlich auch bei Facebook

Und für alle, die sich fragen, wer dieser wahre Heino sein mag, hat Wikipedia die Antwort

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Krautreporter, Krautfunding und viel dumme Krauts

Warum man, wenn einem danach ist, ein neues Onlinemagazin zu starten, nicht zuerst eine Nullnummer erstellt, um den potenziellen Lesern zu zeigen, was sie erwarten dürfen, bevor man sie dann um Geld bittet, wird wohl eines der großen Geheimnisse des coolen Online-Hipsterjournalismus bleiben.
Womit wir auch schon bei früher sind, also der Zeit, als Leute, die ein cooles und hippes Zeitungsdings starten wollten lieber tot umgefallen wären als damit zu werben, dass Chefredakteure und Herausgeber von BOF*-Medien ihre Idee und ihr Konzept ganz parcours obstacle gonflable unerhört toll finden. Gut, das war halt eben dieses früher, als man Sachen einfach machte statt erst darauf zu warten, dass vorab genug Geld zusammenkommt, um ein bequemes Leben zu garantieren. Nun ist eigentlich auch nichts daran verkehrt, ein bequemes Leben ohne finanzielle Sorgen führen zu wollen – ganz furchtbar entsetzlich verkehrt von den Krautreportern ist es allerdings, so zu tun, als sei man im Prinzip das einzige und erste leserfinanzierte Medienprojekt der Republik.
Oder diesem Eindruck zumindest nicht entgegenzuwirken. Und auch nicht dem, dass unabhängiger Journalismus nur mit viel, viel Geld möglich ist.
Wie viele Krautunterstützer allein auf Twitter stolz darauf verweisen, dass sie nunmehr dieses tolle Dinge unterstützen, weil es ja um “unabhängigen Journalismus” gehe, den es ja ansonsten gar nicht gebe, ist schon erstaunlich. Noch erstaunlicher wird die Sache allerdings, wenn man versucht, herauszufinden was sie damit meinen.

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Die Antworten (nicht nur auf Twitter) fielen nicht anders aus als das, was man auf jeder x-beliebigen Montagsdemo von den dort gegen die USA und für den Weltfrieden Herumstehenden hören kann: Irgendwie alle korrupt, nur Augstein nicht, der sich als Einziger den großen Medienmogulen tapfer entgegenstellt. Und: Medienkonzentration, böse, böse Medienkonzentration. Plus: Alle gekauft. Also alle Journalisten. Oder jedenfalls fast alle. Die Wahrheit zu schreiben traue sich ja niemand, und überdies sei das ja durch die Verlage ohnehin verboten.

Noch ein bisschen aparter wird es, wenn man die Menschen mit der verzehrenden Sehnsucht nach unabhängigem Journalismus fragt, welche kleinen Zeitungsprojekte wie konkret, Jungle World und ja, auch die junge Welt sie denn bisher so unterstützt haben. Neben viel Schweigen lauten typische Antworten, dass man hin und wieder taz kaufe und halt online dies & das lese (sicher mit eingeschaltetem Adblocker, aber dazu kommen wir ein anderes Mal).

Die Krautreporter können nichts für solche Unterstützer, das ist mal klar. Und wenn Leute gern Geld in das Projekt stecken wollen, das am lautesten Ichichich und Hippness schreit, dann ist das eben so.

Für alle, die es sympathischer finden, Zeitungen zu unterstützen, die ohne Crowdfunding und Reisespesen und Anzeigen Redakteure und Autoren bezahlen oder dies gern tun können würden, hier eine kleine, noch zu ergänzende Liste von linken Medien, die Geld gebrauchen können (und ja, das Magazin von Radio FSK auch, weil isso):

Jungle World – http://jungle-world.com/
konkret – http://www.konkret-magazin.de/
hhmittendrin – http://hh-mittendrin.de/
Missy_Magazine – http://missy-magazine.de/
Publikative.org – http://www.publikative.org
Transmitter – http://www.fsk-hh.org/transmitter
Ruhrbarone – http://www.ruhrbarone.de/
Bahamas – http://www.redaktion-bahamas.org/
Titanic – http://www.titanic-magazin.de/
ak – analyse & kritik http://www.akweb.de/
Transparent-Mag – transparent-magazin.de
*BOF: boring old fart

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Is weg gibs nich

Screen Shot 2014-06-03 at 10.21.05 PMjeux gonflables

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Hipster-Schland-Schlüpfer

Lidl hat Deutschland-Unterhosen aire de jeux gonflable namens Hipster im Angebot. Es ist alles so sehr unschön, dabei hat die WM noch nichtmal angefangen….

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Straight out of Stanford

Vor dem Super Bowl XLVIII steht ein Gewinner schon fest: Cornerback Richard Sherman hat mit einem Wutausbruch und fundierten Texten seinen Marktwert verzigfacht.

Peyton Manning von den Denver Broncos – einer der besten Quarterbacks aller Zeiten, der allerdings in den Playoffs der vergangenen Jahre oft glücklos spielte und mit seinen Teams meistens vor dem großen Finale ausschied – setzt große Hoffnungen ins finale Match gegen die Seattle Seahawks: Mit einem Sieg könnte er endlich mit seinem jüngeren Bruder Eli gleichziehen und seinen zweiten Super Bowl zu gewinnen.
Das Fernduell der beiden verwandten Superstars würde normalerweise die Schlagzeilen vor dem größten Sport-Event der USA beherrschen, wenn nicht ganz unvermutet Richard Sherman, Cornerback der Seatle Seahawks zum großen, die Familiengeschichte der Mannings verdrängenden Thema geworden wäre.
Nach dem NFC-Conference-Finale gegen die San Francisco 49ers und dem Einzug in den Super Bowl hatte der junge Spieler ein Interview direkt nach dem Spiel für eine wütende Rede genutzt. “Ich bin der beste Cornerback dieser Sportart. Und das bekommt ihr tente gonflable eben, wenn ihr mir einen jämmerlichen Receiver wie Michael Crabtree entgegen setzt” brüllte er in Anspielung auf den unerwarteten Sieg. “Rede nie wieder über mich” forderte er anschließend direkt in die Kamera. Interviewerin Erin Andrews wirkte geschockt und fragte umgehend nach, wer denn eigentlich nicht mehr über ihn reden solle. “Crabtree!”, antwortete Sherman, und wütete weiter in Richtung seines Gegners: “Mach du nicht den Mund auf, um über die Besten zu reden, sonst mach ich ihn ganz schnell wieder für dich zu!”

Das Video von Shermans Wutausbruch avancierte sofort zum Nummer-1-Thema auf Twitter und Facebook. Die Geschichte hinter des Cornerbacks großem Zorn kannten allerdings nur ausgewiesene Football-Fans: In der Woche vor dem Spiel hatte Michael Crabtree auf die Frage einer Zeitung, ob Sherman einer der besten Cornerbacks in der Liga sei, eindeutig mit “Nein” geantwortet. Das allein hatte den Seahawks-Profi allerdings wohl kaum so wütend gemacht, den Gegner kleinzureden gehört vor wichtigen Matches schließlich dazu – der Auslöser hatte vielmehr mit einer kurzen Begegnung zwischen den beiden Spielern wenige Sekunden vor dem Liveinterview zu tun.
Im letztem Moment des Spiels hatte Sherman einen gegnerischen Pass, der eigentlich für Crabtree bestimmt gewesen war, abwehren und damit den Sieg für Seattle klar machen können. Die Seattle-Spieler feierten den Finaleinzug zunächst, dann sprintete Sherman dem vom Platz gehenden Crabtree hinterher, streckte seine Hand aus und sagte “Gutes Spiel”, woraufhin Crabtree ihm mit der Hand an den Helm fasste und ihn einfach wegschob (der genaue Wortlaut ist deswegen bekannt, weil die Spieler beider Teams für das Halbfinale mit Mikrofonen ausgestattet waren, damit besondere Momente für den offiziellen NFL-Saisonrückblick festgehalten werden konnten). Für den unterlegenen Wide Receiver dürften diese Worte im Augenblick der Niederlage wie Hohn gewirkt haben, zumal er nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Die NFL-Offiziellen werteten die Szenen später jedenfalls mit einer Strafe von 7250 Dollar für Sherman wegen Verhöhnung des Gegners – ob mit der für NFL-Verhältnisse am unteren möglichen Level angesiedelte Geldstrafe aber das verbotene Feiern nach dem gelungenen Spielzug oder der Versuch Shermans, Crabtree die Hand zu reichen, sanktioniert wurde, ist nicht bekannt.
Die Reaktionen der Fans auf Shermans Ausbruch fielen unterschiedlich aus: Viele empfanden ihn eher als ehrliche Meinungsäußerung denn als aggressive Drohung, andere hielten sein Verhalten dagegen für unsportlich und machten abschätzige Bemerkungen über seine Herkunft. Richard Sherman wuchs nämlich im kalifornischen Compton auf, einem Vorort von Los Angeles mit fast 100 000 Einwohnern, der weltweit bekannt durch das 1988 erschienene Album “Straight outta Compton” der Gangster-Rapper von N.W.A geworden war. Die Stadt hat eine der höchsten Kriminalitätsraten in den USA und ist geprägt von Gangs wie den Bloods und den Crips. Als Kind habe er die Schußwunden-Narbe am Oberkörper seines Vaters extrem faszinierend gefunden, erzählte Sherman später in einem Interview, ohne darauf einzugehen, woher sie stammte. Seine Eltern taten jedenfalls alles, um nicht nur die eigenen Kinder von Gangs und Kriminalität fernzuhalten, indem man ein offenes Haus pflegte, in dem gespielt und getobt werden konnte. “Manche Farben durfte man keinesfalls tragen”, sagte Sherman später in Anspielung auf die von Blood und Crisps als Erkennungszeichen eingesetzten Kleidungsstücke in rot und blau.
Die Shermans legten sehr viel Wert auf Bildung, mit Erfolg, denn Richard schaffte es aus der Dominguez High School in Compton an die renomierte Stanford University, wo er zunächst als Wide Receiver, später als Cornerback Football spielte und außerdem einen Abschluss in Kommunikationswissenschaften machte, 2010 hat er zudem den entsprechenden Mastersstudiengang begonnen.
Gleichzeitig galt Sherman schon im dritten Jahr seiner NFL-Karriere als einer der besten Cornerbacks der Liga. Und ist durch klare, nicht immer gefällige Ansagen jetzt nicht zum ersten Mal aufgefallen. Im März 2013 sagte er dem Fernsehkommentator Skip Bayless während eines Interviews live in dessen Sendung auf ESPN, was er von ihm und seinen “unhaltbaren Analysen” halte, die “schon ein Blick in die Statistiken als falsch entlarven” würde, während sich Bayless’ Co-Moderator Stephen A. Smith über die minutenlange Rede das Lachen verkneifen musste.
Auf http://mmqb.si.com, dem Monday Morning Quarterback-Bereich auf dem Internetangebot von Sports Illustrated hat der Kommunikationswissenschaftler Sherman zuem eine eigene Kolumne unter dem Titel “In this Corner”, wo er regelmäßig Artikel über Football als Spiel und auch als Geschäft sveröffentlicht. Besonders viel Beachtung unter den Funktionären der National Football League fand sein Text “If I Ran the League”, in dem er schilderte, welche Änderungen er einführen würde, wenn er der Commissioner der NFL wäre.
Für seine Tirade vor laufender Kamera nach dem Spiel gegen San Francisco hat sich Sherman mittlerweile entschuldigt, weil ihm “sehr leid tat”, dass dadurch die gesamte Aufmerksamkeit von Medien und Fans ihm galt, und die “großartige Leistung” seiner Teamkollegen damit zu wenig gewürdigt wird. Dass er danach als Thug – das Wort kann man wohl am besten als Gangsterschläger übersetzen kann – bezeichnet wurde, will er nicht auf sich sitzen lassen: “Ich kenne ein paar richtige Thugs, mit denen habe ich nichts gemeinsam. Ich habe immer gegen solche Bezeichnungen gekämpft, mein ganzes Leben lang, denn ich wurde oft Thug genannt, weil ich aus dem Ort komme, aus dem ich eben komme.” Denn, so Sherman weiter, aufgrund der Herkunft auf den Menschen zu schließen, sei klarer Rassismus.
Aber seine Tirade hat dem Spieler auch Vorteile gebracht: Shermans Agent sagte, dass er seinen Marktwert für Werbeverträge dadurch von 500 000 Dollar auf fünf Millionen Dollar verzehnfacht habe. Der plötzliche Reichtum dürfte nicht ungelegen kommen, denn der Cornerback spielt immer noch zu den Konditionen seines ersten, nach der Draft vor drei Jahren unterschriebenen Vertrag. Und verdient damit als mutmaßlich bester Cornerback der Liga pro Saison nur rund ein Zwanzigstel dessen, was die Topspieler auf der Position bei anderen Mannschaften verdienen.
Gegen die Geschichte von Richard Sherman sind die anderen Stories des diesjährigen Superbowls ziemlich unspektakulär. Ein paar Tage vor dem großen Finale ware lediglich die bereits angesprochene Familiengeschichte der Mannings und das Wetter nennenswerte Themen. Denn der SuperBowl wird dieses Jahr in New York gespielt, und zwar in einem Stadium ohne Dach. Vor ein paar Wochen gab es dort heftigste Schneestürme, doch mit einem Blizzard muss nicht gerechnet werden: Recht kalt soll es zwar werden, windig sein und vielleicht werde es ein wenig schneien, so lautet die unspektakuläre Vorhersage. Womit man sich wieder Richard Sherman und seinen großen Hoffnungen zuwenden kann: Sein Team gilt zwar als Underdog, aber das Defensive Backfield der Seahawks, das sich den aparten Spitznamen “Legion of Boom” (Boom steht in der Comicprache ua für Explosion) erarbeiten konnte, gilt als das Franchise mit der souverän besten Passverteidigung der NFL.

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Unterschätzte Probleme der Onkelz-Konzert-Ankündigung

Piraten, *seufz*

Screen Shot 2014-01-31 at 2.01.58 AMparc aquatique gonflable

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Pflanzenbaby

Screen Shot 2014-01-23 at 2.49.53 AM

Pflanzenbaby
So grün & klein,
so rührend zart,
mit Zähnen, parc gonflable groß & ziemlich hart.
Aber twittern lernt es bald
& macht dann alle Deppen kalt

Ha!

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Viktorianisches England für Nerds

The Iron Wyrm Affair

The Iron Wyrm Affair

Ich mag ja Steampunk. Auch wenn dieses Genre in Deutschland nie so richtig Fuss gefasst hat. Ich mag das Setting einfach. Nach langer Pause in diesem Bereich, habe ich mir jetzt kürzlich – trotz gewisser Bedenken – ein Buch von Lilith Saintcrow zugelegt. “The Iron Wyrm Affair”, die Dame hat wohl schon einiges produziert, aber viel aus dieser “Urban Fantasy” Richtung, also Vampire, viel Frauenpower, Romantik, etc.

Bannon und Clare sind jeweils eine Zauberin, Emma Bannon, und ein Mann, Archibald Clare, der auf den ersten Blick stark an Sherlock Holmes erinnert. vente chateau gonflable (Es ist nicht ganz einfach die Unterteilung “sorceress, witch, magician” in den passenden deutschen Bezeichnungen ordentlich abzugrenzen)

Die Geschichte spielt in England ca. 17./18. Jahrhundert und Britannia persönlich regiert in Form von regelmässiger Reinkarnationen. Die aktuelle Inkarnation, Queen Victrix, ist noch relativ jung und ist grade erst dabei die Regierung von den Überresten ihrer Mutter zu reinigen. Aus bisher noch ungeklärten Gründen, ist Emma Bannon ihr absolut treu ergeben, und nicht nur ihr, sondern auch Britannia.

Archibald Clare selber ist etwas, was sich Frau Saintcrow von Frank Herbert abgeguckt hat und fast genauso nennt. Er ist ein Mentat (im Original Mentath geschrieben). Sein Schwerpunkt ist Holmes-mässig die Schlussfolgerung aus gegebenen Daten. Computer gibt es keine. Wenn man wie ich nebenbei noch die Dune Romane als Hörbuch hört, ist man kurz verwirrt und rechnet damit altenglische Herren den Butler’schen Djihad kämpfen zu sehen. Das passiert aber – zum Glück – nicht.

Die Protagonisten finden zueinander, weil aktuell jemand damit beschäftigt ist die Mentate in England auszuschalten, Clare gehört zu den wenigen die noch leben und Miss Bannon hat gewisses Interesse daran ihn am Leben zu halten. Einerseits als Köder, anderseits als Denkhilfe.

Im Lauf der Geschichte entwickelt sich die Mordserie dann zu einem grossangelegten Komplott gegen Britannia, als Land und Person.

Als Gegenspieler kommen Drachen, Griffons und Maschinen, die einen Hybrid zwischen Mensch und Maschine darstellen. Bei eben jenen Hybriden freut sich dann der innere Nerd, da es zu kurzen Erwähnungen von Charles Babbage und Ada Lovelace kommt. Freundlicherweise kein Alan Turing, der hätte in der Zeit auch nix zu tun gehabt.

Von der Schreibweise ist die Geschichte durchaus angenehm, mich stört lediglich der deutsche Ingenieur. Wenn die Autoren die Sprache nicht fliessend beherrschen, dann bitte die fremdsprachigen Teile von Muttersprachlern korrekturlesen lassen! Es ist unglaublich irritierend, dass der zwar deutsch spricht wenn er aufgeregt ist, dabei aber Grammatik- und Schreibfehler macht. Klischeehaft isst er übrigens ständig Wurst. Dafür hat er sein Examen an einer Uni in Würzburg gemacht. Italienisch kann ich nicht gut genug, um zu beurteilen ob der Italiener auch Fehler macht.

Die Charaktere selbst sind interessant ausgelegt und machen neugierig auf weiteren Hintergrund zu den jeweiligen Personen, einiges in der Welt verdient noch etwas nähere Erklärung, insgesamt mag ich es aber wenn man als Leser_in vor Tatsachen gestellt wird, deren Zusammenhänge sich im auf des Buches auflösen.

Ihre sonstige Bücher machen den Eindruck stark Romantik-lastig zu sein, das verkneift sie sich bei der Iron Wyrm Affair grösstenteils. Ich persönlich bin dafür eher dankbar. Jetzt bin ich mal gespannt wie sich Teil zwei Ende diesen Monats macht, es scheint aber durchaus eine angenehme Serie zu werden.

Wer das Steampunk und Detektiv Genre mag, Augen aufhalten nach eventueller Übersetzung, sonst das Original lesen.

Lilith Saintcrow
The Iron Wyrm Affair (Bannon and Clare 01)
erschienen 2012
ISBN-13: 978-0356500928
Taschenbuch, 308 Seiten
Little, Brown Book Group

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Klartext

Der niedersächsische Pirat Carsten Schulz fiel schon mehrmals mit – sagen wir: eigenartigen – Anträgen zu Themen wie Holocaustleugnung auf. Auf dem Landesparteitag in Celle stellte er nun den (einstimmig abgeschmetterten) Antrag, dass Hitlers “Mein Kampf” Pflichtlektüre in Schulen werden solle.
Gegenüber der “Jüdischen Allgemeinen” fand Klaus Peukert, Beisitzer im Vorstand der Partei, sehr deutliche Worte zu Schulz – sein komplettes Statement konnte jedoch aus Platzgründen nicht im Artikel untergebracht werden. Hier ist es nun:

“Herr Schulz ist merkbefreit genug, um trotz totaler Isolation innerhalb der Partei wieder und wieder seine kruden Thesen zu verbreiten. Die Piraten haben, nicht nur mit der Resolution von Neumünster, ihre Haltung zu rechtsradikalen, antisemitischen und anderen menschenfeindlichen Äußerungen klar und deutlich gemacht. Herr Schulz befindet sich um vente structure gonflable Lichtjahre außerhalb des Wertefundaments der Piraten. Ein Schneeball in der Hölle hätte höhere Überlebenschancen als dieser als Antrag getarnte Unsinn. Herr Schulz und seine Anträge spielen in dieser Partei keine Rolle und ich bin sicher, dass er ihr auch zeitnah nicht mehr angehören wird.”

Zum Artikel in der “Jüdischen Allgemeinen” geht es hier

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Grundkurs “Gelassen bleiben im Internet für schwere Fälle”

1. Ja, da in diesem Internet sind manchmal blöde Leute unterwegs.

2. Das kann Dir aber vollkommen egal sein.

3. Denn blöde Leute hören nicht auf mit dem Blödsein, wenn man ihnen ihre Blödigkeit vorwirft

4. Woraus folgt: Du bist nicht die Super-Nanny des Internets

5. Weswegen Du blöde Leute getrost ignorieren kannst

6. Aberaberaber da im Internet ist ein blödes Leut gemein zu Dir? Tjo, und?

7. Uhuuunnd das blöde Leut hat Dich sogar beleidigt? Also jetzt nicht Dich, sondern Deinen Nick, denn schließlich bist Du ja anonym unterwegs? Huch :-O

8. Niemand kann einen Nick beleidigen. Nicks sind nämlich keine wirklichen Menschen. Und nein, Du bist auch nicht Dein Nick, Du bist das, was vor vente toboggan gonflable dem Rechner sitzt. Dein Nick lebt bloß da an diesem Ort mit den blöden Leuten und nicht in Deiner Wohnung. Eigentlich, und jetzt musst Du wirklich tapfer sein, lebt Dein Nick überhaupt gar nicht.

9. Woraus folgt: Wer Deinen Nick beleidigt, beleidigt im Grunde nix. Weswegen es für Dich keinen Grund gibt, auf irgendwas, was das blöde Leute-Gedöns veranstaltet, zu reagieren. Schon gar nicht damit, dass Klarnamen, Bilder oä veröffentlicht werden. Für andere Fälle, also für solche, in denen Deinem richtigen Ich was passiert, gibt es die Polizei

10. Und jetzt hört sich dieser Unsinn aber wirklich auf. Danke sehr

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