Mamacita-Alarm



Glaubt man dem Fernsehsender RTL, wird dies der neue Sommerhit: »Mamacita«, gesungen vom ehemaligen DSDS-Gewinner Mark Matlock, geschrieben vom DSDS-Juroren Dieter Bohlen und gekauft von den Zuschauern des TV-Senders. Wenig überraschenderweise ist das Stück grauslich, womit es immerhin ein Kriterium für Sommerhits erfüllt. Ganz besonders grauslich ist aber das Video, das derzeit in jeder freien Minute auf RTL abgespult wird. Nicht einmal nur deswegen, weil es derzeit kaum möglich ist, Bohlen oder eines seiner Produkte ­anzugucken, ohne gleichzeitig an die Bratwurst-Werbung erinnert zu werden, in der der Ex-Modern-Talking-Sänger an einem Grill steht und verkniffen-anzügliches Zeug über knackige Frauen bzw. Würstchen erzählt, nein, nein.

Weder von Bratwurstreklame noch von Dieter Bohlen würde man auch nur ansatzweise Originelles erwarten, und so ein bisschen Fremdschämen in der Werbepause kann ja durchaus auch ganz unterhaltsam sein.

»Mamacita« taugt allerdings nicht einmal dazu, um stellvertretend rot anzulaufen. Das Lied ist doof, der Text ist dusselig, der Mitklatschrhythmus enervierend, und das Video ist eben grauslich. Nicht weil es abgesehen vom Sänger irgendetwas enthielte, was nun besonders eklig wäre, das Ding sieht einfach nur nach Batida-de-Coco-Werbung aus, also wurden ein paar Frauen im Bikini vor Südsee-Kulisse genommen und ein paar Aufnahmen von Mark Matlock hineingeschnitten. Reicht.

Und weil die Gefahr besteht, dass »Mamacita« tatsächlich zum Sommerhit des Jahres 2009 wird, sind die Chancen, dass man immer, wenn das Lied läuft, diese langweiligen Hochglanzaufnahmen im Kopf hat, äußerst groß. Was fies, fies, fies ist, denn ein schlimmes Stück ohne öde Bilder reicht nun wirklich schon aus


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