Mobile Helferlein



Wer aus diversen Gründen viel Zeit an zwei oder mehr verschiedenen Rechnern verbringt, ohne dabei sauber zwischen Arbeitsrechner, Privatrechner, etc. trennen zu können, kennt das Problem sicherlich: Auf Rechner A bräuchte man kurz mal einen anderen Texteditor als den Windows Editor, auf Rechner B ist kein Zip-Programm installiert und die Zugangsdaten für PayPal möchte man auf keinem der beiden Rechner speichern.
Eine mögliche Lösung heisst Portable Apps.

Portable Apps ist eine Plattform, die komplett auf portablen Medien wie USB-Sticks oder externen Festplatten installiert wird. Die Plattform funktioniert ähnlich wie ein Mini-Betriebssystem dann als Sammelbehälter für die die Programme, dadurch hat man direkteren und einfacheren Zugriff und muss nicht über das Dateisystem auf das Medium zugreifen, um Programme zu starten.
Die Anwendung selbst gibt sich mit 96kB zufrieden, der restliche belegte Platz ist abhängig von den installierten Applikationen. Nach Installation der Plattform werden die Programme in das Zielmedium in den Portable Apps Ordner installiert. Abrufbar sind sie über das Menü, dessen Aufbau optisch an das Windows Startmenü angelehnt ist und das über das System Tray erreichbar ist.

Die Plattform läuft unter Windows Installationen von Windows95 bis Vista, Mac oder Linux User müssen leider den Weg über Wine Loader nehmen. Die ständig wachsende Auswahl an Applikationen reicht von OnScreen Keyboards über Gimp Portable zu CD/DVD Brenn Software und bis hin zu jeder Menge Spielen.
Im Idealfall legt man sich einen USB Stick zu, der ca. zwei bis fünf Gigabtye fasst, hübsch aussieht und am Schlüsselbund befestigt werden kann, und installiert sich hier die wichtigsten Programme und Daten, die man immer um sich haben muss.

Eine kleine Auswahl an Must-haves:

KeePass  Portable:
Im Laufe der Zeit häufen sich die Zugangsdaten enorm an und man hat ja gelernt, dass man aus Sicherheitsgründen eben nicht nur über zwei bis drei Passwörter verfügen soll, die man ständig wieder verwendet. Wer ist allerdings fähig, sich mehr als fünf mindestens sechsstellige Kombinationen aus Zahlen, Zeichen und Sonderzeichen zu merken? Auf den verschiedenen Rechnern die Zugänge in den Browsern zu speichern, ist natürlich auch eher indiskutabel.
KeePass liefert eine gute Lösung. Man erstellt sich eine Datenbank, merkt sich nur das Master Passwort, um diese öffnen zu können und legt sich – auf Wunsch in verschiedenen Kategorien – die notwendigen Einträge an. Diese kann man zusätzlich zum Benutzernamen und Passwort mit Zusatzinformationen wie URL und Notizen versehen. Der Passwort-Generator lässt sich für die gewünschte Länge und Kombination der Zeichen einstellen. Im sichersten Falle lässt man sich die Textvariante der Passwörter nie anzeigen, sondern arbeitet bei Bedarf nur über die CopyPassword-Funktion. Das hält das Gedächtnis frei und stellt sicher, dass man sich die Passwörter nicht zu einfach macht.

Zusätzlich erstellt man sich regelmässig als Backup einen Export dieser Datenbank und legt diese an einer anderen Stelle ab. Wer dazu neigt USB Sticks zu vergessen oder zu verlegen, legt dieses Backup auf einem Webserver ab und installiert sich bei Bedarf auf dem jeweiligen Rechner KeePass.

7-Zip Portable:
Eben mal von einem Bekannten Daten mitnehmen? Nicht genug Platz auf tragbaren Medien? Auf dem Rechner ist lediglich eine uralte WinZip Version oder gar kein Extra Pack Programm? Das ist alles nicht weiter tragisch, dank der portablen Version von 7-Zip hat man immer ein gutes und performantes Packtool dabei und der Ordner beansprucht bescheidene 6.34MB für sich.

FileZilla Portable:
Die Daten sind auch nach dem packen mit 7-Zip noch zu gross? Auch das ist nicht weiter schlimm, mit FileZilla hat man ein kleines FTP Tool dabei und schiebt die Dateien kurz auf einen Server. Es ist einfach zu bedienen und bringt alle grundlegenden Funktionen mit sich.

Ebenfalls empfehlenswert sind kleine Organisationshelfer wie TaskCoach oder PNotes, wer nicht mit BlackBerry, Palm oder iPhone unterwegs ist und regelmässig die ToDo-Listen und Notizen auf Briefumschlägen, PostIts und Bierdeckeln verliert, könnte hier viel Unterstützung finden.
Um nicht unterwegs an fremden Rechnern auf Kommunikation verzichten zu müssen, installiert man sich die portable Versionen von Thunderbird, Firefox und Instant Messenger wie Pidgin oder Miranda IM, und muss nicht fürchten von der Welt abgeschnitten zu werden.

Auch die Medien-Junkies müssen nicht länger hilflos vor anderen Rechnern sitzen, VLC Player, Audacity und VirtualDub sind ebenfalls als portable Versionen zu bekommen.

Also, es gibt jede Menge Applikationen für die PortableApps Plattform, manche sicher nützlicher als andere und die Anzahl wächst. Man sollte jedoch bedenken, dass der Platz auf dem jeweiligen USB Stick begrenzt ist, also nicht zu sehr von der Auswahl verleiten lassen.


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