Mörder und Mausefallen



die-linke-handDer zwölfjährige Ren lebt in einem katholischen Waisenhaus in Neuengland im 19.Jahrhundert. Dann und wann passiert es, dass ein Farmer vorbeikommt, um einen der Jungen zu adoptieren, aus Nächstenliebe oder um eine Arbeitskraft auf dem Felde zu bekommen. Auch Ren träumt davon, eine Familie zu haben, weiß aber, dass ihm dieses Glück nicht zuteil werden wird, denn er besitzt einen Makel: Ihm fehlt die linke Hand.

Eines Tages taucht Benjamin Nab auf und behauptet, Ren sei sein lange verschollener Bruder. Benjamin allerdings ist gewissermaßen hauptberuflich Erzähler fantastischer Geschichten, und schnell wird Ren klar, dass er nur Mittel zum Zweck für dessen gaunerische Aktivitäten ist. Benjamin und sein Freund Tom nehmen Ren auf eine Reise mit, in eine Welt voller Diebe, Grabräuber und Mörder, die sich als gefährlicher herausstellt, als sie es zunächst wahrhaben wollen. Da gibt es einen Zwerg, der auf einem Hausdach wohnt, einen Mörder, der lebendig begraben wurde und wieder aufersteht, entstellte junge Damen, die Tag und Nacht Mausefallen herstellen und, und, und…

Hannah Tinti hat eine Geschichte geschrieben, wie man sie von Dickens oder Stevenson kennt und liebt, gespickt mit wunderbaren, fantasievollen Figuren, die als Außenseiter am Rande der Gesellschaft existieren und zu überleben versuchen. Es ist ein Abenteuerroman mit hohem Gruselfaktor, den man sich am besten in stürmischen Nächten bei Kerzenschein vorliest. Vor allem aber ist es eine Geschichte über Freundschaft und die Tatsache, dass die Familie, die man sich selbst sucht, eben doch die bessere ist.

Hannah Tinti
Die linke Hand
Luchterhand Literaturverlag
ISBN-13: 978-3630871653
368 Seiten
19,95 €


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